“Das Jahr 2010 war ein gewaltiger Erfolg für den Umbau der Stromversorgung in Richtung erneuerbarer Energien. Hunderttausende neuer Solarstromanlagen werden am Ende des Jahres mindestens die Leistung von sechs Atomkraftwerken ersetzen und dabei ein weiteres Prozent an der gesamten jährlichen Stromerzeugung liefern. Der Erfolg wird noch dadurch vergrößert, dass die dabei installierten Anlagen fast alle in den Händen von Bürgern oder landwirtschaftlichen und kleineren Unternehmen sind. Mit Ihrer Bereitschaft, in die durchaus mit Risiken behaftete Stromerzeugung einzusteigen, haben sie alle ein klares Signal gesetzt: weg von der Konzentration der Stromerzeugung durch wenige Unternehmen, weg von den endlichen und brandgefährlichen fossil-nuklearen Erzeugungsarten, hin zu den Verbrauchern.
Gleichzeitig wird mit diesem massiven Ausbau deutlich, wozu Solarstrom noch in der Lage ist: Weit größere Strommengen als noch bis vor kurzem gedacht können auch ohne den Umbau von Netzen dezentral erzeugt werden. Angesichts steigender Effizienz in der Leistungselektronik und der direkten Nähe der Anlagen zum Verbraucher liegt dies im Grunde auf der Hand. Für die Mehrheit der ewig Gestrigen in Politik und Medien scheint es dennoch schier unfassbar, dass dies in einer von Atomkraftwerksblöcken dominierten Energiewelt möglich ist. Aber diese Art Leute hielten auch schon die Einführung von PC oder Internet für Spielerei.
Solarstrom steht immer dann bereit, wenn viel Strom gebraucht wird, nämlich mittags. Neueste Studien zeigen, dass diese Eigenschaft, in Kombination mit der Nähe der Stromproduktion zum Verbraucher, den Wert des Stroms massiv erhöhen. Es zeigt sich, dass den Investitionen ein direkter Wert, nicht nur in Produktion und Handwerk, sondern auch in Stromerzeugung und -verbrauch entgegensteht.
Für mich persönlich ist der Erfolg umso größer, wenn ich sehe, welch niedriges Kostenniveau wir bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen erreicht haben. Habe ich 1992 die ersten Photovoltaik-Anlagen noch für einen Preis von ca. 14.000 Euro pro Kilowatt verkaufen müssen, so liegen die Anlagen heute bereits mehrheitlich deutlich unter 3.000 Euro pro Kilowatt. Dieser Trend wird sich fortsetzen, wenn die Erfolge in Produktion und Entwicklung auch zukünftig mit stabilen Rahmenbedingungen ausgebaut werden können.
Dem großen Erfolg im Solarstrombereich steht derzeit leider wieder eine schwache Entwicklung im Bereich der solarthermischen Energieerzeugung gegenüber. Auch nach der Wiedereinführung des Markt-Anreiz-Programms ist die Nachfrage nur zögerlich zurückgekehrt. Hier rächt sich die politische Fehl- Steuerung mit unverlässlichen Markteinführungskonditionen. Wie auch schon in einem älteren Newsletter beschrieben, führt dies zu einer Zersplitterung der Branchenkräfte im erneuerbaren Wärmebereich. Es müssen dringend Regelungen für diesen Sektor gefunden werden, die es ermöglichen zumindest die Ziele der Bundesregierung zu erreichen.“
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Quelle: photovoltaik.eu -Karl-Heinz Remmers