Deutschland steht vor großen Herausforderungen: Neben bezahlbaren Preisen und einer sicheren Energieversorgung muss auch der Klimaschutz berücksichtigt werden. Die Bundesregierung verknüpft daher Versorgungssicherheit, tragbare Energiekosten und einen wirksamen Klimaschutz miteinander.
Eine sichere Energieversorgung ist das Rückgrat einer funktionierenden Volkswirtschaft. Die weltweit erhöhte Energienachfrage führt zu steigenden Energie- und Strompreisen. Das belastet private Haushalte und energieintensive Unternehmen, die im weltweiten Wettbewerb stehen.
Gesamtkonzept für die Energieversorgung
Die Bundesregierung will eine bezahlbare, sichere und umweltverträgliche Energieversorgung auch in Zukunft sicherstellen. Deshalb sind die Ziele ihrer Energiepolitik: Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit.
Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit arbeitet die Bundesregierung daran, die Energiemärkte zu liberalisieren. Denn marktwirtschaftliche Strukturen und funktionierender Wettbewerb sind die besten Voraussetzungen für eine effiziente Energiebereitstellung und -nutzung.
Ein größerer Energiemix und möglichst viele zuverlässige Bezugsquellen weltweit sollen Versorgungssicherheit gewährleisten.
Effizienter und sparsamer Energieverbrauch dient der Versorgungssicherheit und ist zugleich wirksamer Klimaschutz. Dafür hat die Bundesregierung zahlreiche Initiativen ergriffen.
Importabhängigkeit
Als rohstoffarmes Land ist die Bundesrepublik auf Importe angewiesen. Öl und Gas bezieht Deutschland aus wenigen Förderregionen. Die Abhängigkeit von Importen ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Deutschland importierte im Jahr 2006 Uran zu 100 Prozent, Mineralöl zu knapp 97 Prozent und Gas zu 83 Prozent. Bei Steinkohle lag der Importanteil bei 61 Prozent.
Energiequellen
In Deutschland gewinnen Kraftwerke die meiste Energie immer noch aus Mineralöl. Dessen Anteil am Primärenergieverbrauch beträgt 33,9 Prozent. Danach folgen Erdgas (22,5), Steinkohle (14,3), Braunkohle (11,6) und Kernenergie (11,0).
Der Primärenergieverbrauch ergibt sich aus dem so genannten Endenergieverbrauch etwa durch Industrie, Haushalte oder Verkehr. Aber auch durch die Verlusten, die bei der Erzeugung dieser Endenergie entstehen.
Erneuerbare Energien stärken
Erneuerbare Energiequellen wie Wind, Wasser, Biomasse oder Sonne werden immer öfter verwendet. Zwischen 1990 und 2007 erhöhte sich ihr Anteil am Primärenergieverbrauch von 1,3 auf 6,7 Prozent.
Erneuerbare Energien haben entscheidende Vorteile: Sie schonen das Klima und müssen nicht importiert werden.
Fossile Brennstoffe wie Kohle oder Öl mit den entstehenden Treibhausgasen gefährden die Umwelt. Zudem stehen sie nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung.
Die Bundesregierung versucht daher, den Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch bis 2020 auf mindestens zehn Prozent zu steigern. Erneuerbare Energien sollen dann in der Stromversorgung einen Anteil von 25 bis 30 Prozent erreichen.
Vom Ausbau moderner Technologien profitieren auch deutsche Unternehmen. Denn erneuerbare Energien stärken in erster Linie die heimische Wirtschaft. 2007 erwirtschaftete die Branche der erneuerbaren Energien einen Umsatz von rund 25 Milliarden Euro und bot fast 250.000 Menschen einen Arbeitsplatz.
Energieeffizienz steigern
Der wichtigste Beitrag für eine gute Energiezukunft Deutschlands ist eine möglichst hohe Energieeffizienz. Das ist die wirksamste und kostengünstigste Maßnahme für eine sichere und klimaverträgliche Energieversorgung.
“Eine Steigerung der Energieeffizienz ist auch die beste Antwort, um drohenden Energiepreissteigerungen entgegenzuwirken”, sagt Jochen Homann, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi).
Deutschland hat seinen Energieverbrauch immer effizienter gestaltet. Trotz wachsender Wirtschaft liegt der bundesweite Energieverbrauch heute unter dem Wert von 1990. Der Faktor Energieverbrauch hat sich vom Wirtschaftswachstum entkoppelt. Deutschland nimmt hinsichtlich der erreichten Energieeffizienz im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein.
Dennoch sind weitere Anstrengungen dringend notwendig.
Bundesregierung fördert Energieforschung
Deutschland braucht als rohstoffarmes Land moderne und effiziente Energietechnologien. Diese Technologien fallen nicht vom Himmel, sondern müssen durch Forschung, Entwicklung und Demonstration vorbereitet werden. Forschung und Entwicklung sind das strategische Instrument, um die Energieversorgung Deutschlands langfristig zu sichern.
Das BMWi konzentriert sich vor allem auf die Förderung von Forschung und Entwicklung moderner Energieeffizienztechnologien entlang der ganzen Energiekette: Von der Energieumwandlung über den Energietransport bis hin zur Verwendung von Energie durch Endverbraucher. Dafür stehen in den kommenden vier Jahren rund 615 Millionen Euro zur Verfügung.
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Quelle: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/MagazinWirtschaftFinanzen/064/sa-energie-fuer-deutschland.html