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28 Februar 2011

EEG Umlage zu hoch

Allgemein
 

Selbst die Bundesregierung geht davon aus, dass die auf die Stromkunden umgelegten Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien derzeit zu hoch angesetzt sind. Außerdem versuchte das Umweltministerium eine Studie zu den Potenzialen erneuerbarer Energien lange zu verstecken.

Die Bundesregierung hat eingeräumt, dass die Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien wie Photovoltaik, Windkraft und Biomasse voraussichtlich wieder sinken werden. Die Kosten werden über die EEG-Umlage auf den Stromverbraucher umgelegt. Derzeit liegt die EEG-Umlage bei 3,53 Cent je Kilowattstunde. Für das kommende Jahr sei nun ein deutlicher Rückgang zu erwarten. Die Bundesregierung folgt dabei Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, dass davon ausgeht, das die EEG-Umlage 2012 auf unter drei Cent je Kilowattstunde sinken wird, wie aus einer Antwort von Umwelt-Staatssekretärin Katharina Reiche (CDU) auf eine Anfrage des Grünen-Energiepolitikers Hans-Josef Fell hervorgeht. „Dies deckt sich mit aktuellen Untersuchungen für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, die davon ausgehen, dass auch die Umlage 2011 im Nachhinein betrachtet, das heißt berechnet anhand der erst im kommenden Jahren abschließend vorliegenden Ist-Daten für 2011, unter 3 ct/kWh liegen wird.“

Die zu hohen Kosten für die derzeitige EEG-Umlage lassen sich mit den überhöhten Prognosen der Übertragungsnetzbetreiber für den Photovoltaik-Zubau 2010 erklären. Sie waren auf Grundlage einer Studie des Leipziger Instituts für Energie (IE) davon ausgegangen, dass 2010 und 2011 rund 9500 Megawatt Photovoltaik-Leistung in Deutschland neu installiert würden. Dieser Zubau ist zumindest 2010 nicht erreicht worden, auch wenn die abschließenden Zahlen noch nicht vorliegen. Zwischen Januar und November 2010 lag die neu installierte Leistung bei Photovoltaik-Anlagen bei 6072,85 Megawatt. „Die Zahlen sowohl für 2011 als auch für 2012 sind aber als Prognosewerte mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, weil sowohl die Differenzkosten als auch die Umlage entscheidend von dem tatsächlichen Ausbau der erneuerbaren Energien und von der Entwicklung des Börsenpreises abhängen“, heißt es in der Antwort von Reiche weiter.

Leitstudie 2010 noch unter Verschluss

Eine vom Umweltministerium in Auftrag gegebene Studie zu den Potenzialen von  erneuerbaren Energien wollte die Regierung wohl weiter unter Verschluss halten. Sie sei erst freigegeben worden, nachdem die Grünen Druck ausgeübt hätten, berichtet die „Frankfurter Rundschau“ (Montagausgabe) unter Berufung auf einen vorliegenden ein Briefwechsel. Die “Leitstudie 2010″ enthalte demnach peinliche Erkenntnisse für die Bundesregierung. Die Potenziale von erneuerbaren Energien werden in den Szenarien deutlich höher eingeschätzt als im Energiekonzept der Regierung, heißt es in dem Bericht weiter. Die Autoren der Leitstudie sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Fraunhofer-IWES und das Ingenieurbüro für neue Energien (IfNE), die noch vom damaligen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) im Januar 2009 mit der Erstellung der  ”Langfristszenarien und Strategien für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland bei Berücksichtigung der Entwicklung in Europa und global” beauftragt worden. Sie erwarten, dass selbst bei einer Verlängerung der AKW-Laufzeiten bereits 2020 knapp 40 Prozent Anteil erneuerbarer Energien möglich sind. 2030 sollen es dann 64,7 Prozent sein. Darüber hinaus befürchten die Autoren einen Systemkonflikt durch die beschlossene Laufzeitverlängerung für AKW, wenn zugleich auch neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen und die Ökostrom-Produktion ausgebaut wird. Auf der Webseite des Umweltministeriums heißt es zum vorliegenen Entwurf der Leitstudie 2010: „Er hat noch nicht die für eine offizielle Veröffentlichung erforderliche Aussagekraft, da er wesentliche neue energiepolitische Entscheidungen der Bundesregierung nur zum Teil reflektiert. So berücksichtigt er noch nicht in ausreichendem Maße die Ziele, die im Energiekonzept zur Reduzierung des Energieverbrauchs für die kommenden Jahrzehnte enthalten sind. Aufgrund dessen basiert der Entwurf auf steigenden Stromverbräuchen mit einer Reihe von Folgerungen für den Energiemix.“ Dieses Statement war erst in der vergangenen Woche eingestellt worden, nachdem die Grünen das Umweltministerium wegen der Veröffentlichung unter Druck gesetzt und mit dem Informationsfreiheitsgesetz drohten, wie es im Bericht der „Frankfurter Rundschau“ weiter hieß.

Quelle: photovoltaik.eu Sandra Enkhardt

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25 Februar 2011

Bundestag beschließt Kürzung der Solarförderung

Allgemein
 

Die Abgeordneten von Union und FDP haben sich durchgesetzt. Die Photovoltaik-Einspeisetarife werden je nach Marktwachstum zur Jahresmitte erneut gekürzt.

Nach gut halbstündiger Debatte im Bundestag haben die Abgeordneten am Abend die vorgezogene Kürzung der Einspeisetarife für Photovoltaik-Dachanlagen zum 1. Juli und für Freiflächenanlagen zum 1. September beschlossen. Für den Antrag, der im Rahmen des Europarechtsanpassungsgesetzs Erneuerbare Energien (EAG EE) in das Parlament eingebracht worden ist,  stimmte eine Mehrheit der Abgeordneten. Ein Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion, die geplanten marktabhängigen Vergütungsabsenkungen 2011 auf vier Zeitpunkte in diesem Jahr aufzuteilen, fand hingegen keine Mehrheit im Plenum. Die Grünen wollten zugleich durchsetzen, dass ab dem kommenden Jahr die Solarförderung immer vierteljährlich und dafür in kleineren Schritten gesenkt wird. Damit sollte der Solarbranche wenigstens eine zweijährige Investitionssicherheit gewährt und dem Photovoltaik-Ausbau in Deutschland mehr Kontinuität verliehen werden.

Der nun beschlossene Änderungsantrag sieht vor, dass je nach Wachstum des Photovoltaik-Marktes in den Monaten März bis Mai 2011 die Einspeisevergütung um bis zu 15 Prozent abgesenkt wird. Damit wird der flexible Teil der gesetzlich festgeschriebenen Degression vorgezogen. Zum Jahresende erfolgt dann eine erneute Absenkung – maximal um 24 Prozent könnten die Photovoltaik-Tarife damit allein bis zum 1. Januar 2012 fallen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erarbeitete den Vorschlag in Absprache mit dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

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Quelle: photovoltaik.eu Sandra Enkhardt

23 Februar 2011

Atombranche macht Druck gegen die Solarenergie

Allgemein
 

Der Kampf hat ungleiche Partner. Die Atomindustrie hat verstanden, dass die dezentrale Photovoltaik ein gefährlicher Gegner geworden ist, und schießt derzeit aus allen Rohren, um die Photovoltaik klein zu halten. Die Solarwirtschaft lebt hingegen in ihrer kleinen Welt und denkt nur an die nächsten Quartale und die Entwicklung der Vergütungshöhen. Wenn sich die Solarwirtschaft nicht bald mit politischen Strategien global auf die Hinterbeine stellt, wird sie unter ihrer Passivität zu leiden haben.

In Deutschland schießen die vier Atomkonzerne beinahe täglich in der Öffentlichkeit gegen die Photovoltaik und versuchen die Politik dazu zu bewegen, den Ausbau in Deutschland zu stoppen und auf Südeuropa zu verlegen. Dazu haben sie eine eigene Studie beim EWI organisiert und diese zitieren sie aller Orten. Mit dem Energiekommissar Oettinger haben sie einen starken Verbündeten gefunden, der versucht, diese Linie auf europäischer Ebene zu unterstützen. Zwar scheiterte Oettinger jüngst mit seinem Vorstoß, das EEG abzuschaffen. Aber er kam in seiner langfristigen Atomstrategie einen Schritt weiter.

Zukünftig sollen sog. „low carbon“ bzw. kohlenstoffarme Technologien stärker im Focus der EU-Förderung stehen, zu denen auch die Atomenergie und Kohle-CCS gezählt werden. Der noch weiterreichende Vorstoß Frankreichs und Tschechiens konnte gerade noch dank Grünen Widerstands verhindert werden. Frankreich und Tschechien wollten schon für 2020 Ziele für sog. kohlenstoffarme Technologien festlegen, die die Ausbauziele für Erneuerbare Energien ablösen sollen.

Es ist schon jetzt klar, dass die jetzige EU-Kommission keine langfristigen Ausbauziele für Erneuerbare Energien mehr haben will. Stattdessen sollen es Ziele für eben diese sog. kohlenstoffarmen Technologien geben, mit denen Atomenergie und CCS-Kohlekraftwerke in den gleichen positiven Rang wie Erneuerbaren Energien gehoben werden sollen. Wie gefährlich bereits heute der Druck der Atomwirtschaft werden kann, zeigt ganz aktuell das Beispiel Niederlande. Dort wird die Förderung für Photovoltaik und Wind-Offshore eingestellt. Stattdessen sollen neue Atomkraftwerke gebaut werden. Damit folgt Holland weitgehend Südkorea, das bereits vor Jahren sein EEG abgeschafft hat und jetzt voll auf Atomenergie setzt. In einer ganzen Reihe weiterer Staaten wägen die Regierungen derzeit ab, ob sie Atomkraftwerke bauen wollen oder auf Erneuerbare Energien setzten. Meist sitzt nur die Atomlobby bei den Beratungen mit am Tisch.

Die Solarwirtschaft ist gut beraten, sich endlich in die Energiepolitik einzubringen, anstatt der Atomlobby das Spielfeld zu überlassen.
Gute Gründe gibt es dafür allemal. So hat die Duke Universität in den USA aufgezeigt, dass Strom aus neuen Photovoltaik-Kraftwerken billiger ist als Strom aus neuen Atomkraftwerken.

Quelle: MdB Hans-Josef Fell

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21 Februar 2011

Gedämpfter Photovoltaik-Zubau zum Jahresende

Allgemein
 

Die Bundesnetzagentur hat weitere Zahlen zu neu installierten Photovoltaik-Leistung 2010 veröffentlicht. Die abermalige Kürzung der Solarförderung im Oktober blieb demnach nicht ohne Folgen.

Deutschland ist der größte Markt für Photovoltaik-Anlagen weltweit. Allerdings hat sich die Politik der Bundesregierung, die im vergangenen Jahr die Solarförderung außerplanmäßig zweimal kürzte auf den Zubau bei Photovoltaik-Anlagen ausgewirkt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind demnach im Oktober 340,54 Megawatt und im November 359,94 Megawatt Photovoltaik-Leistung in Deutschland neu installiert worden. Zum 1. Oktober 2010 waren die Einspeisetarife für Photovoltaik-Anlagen nochmals um drei Prozent gesenkt worden. Der Zubau liegt damit deutlich unter dem Niveau des Jahres 2009. Damals gab es wegen der Unsicherheit über die weitere Ausgestaltung der Solarförderung und den deutlich gesunkenen Preisen für Photovoltaik-Anlagen eine Jahresendralley. Im Oktober und November 2009 gingen der Bundesnetzagentur zufolge insgesamt knapp 875 Megawatt Photovoltaik-Leistung ans Netz. Auch die Zahlen für Dezember dürften 2010  deutlich unter dem Vorjahreswert liegen.

In Deutschland sind nach den vorliegenden Daten demnach Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 6072,85 Megawatt zwischen Januar und November 2010 installiert worden. Der Zubau auf dem deutschen Photovoltaik-Markt hat sich infolge der zusätzlichen Kürzungen der Solarförderung 2010 damit deutlich abgeschwächt, wie die Analysten von Jeffries schreiben. Wenn sich dieser Trend bestätige, dann würde dies auch den Druck von der Bundesregierung nehmen, zu noch schärferen Maßnahmen zu greifen, um den Zubau bei Photovoltaik-Anlagen zu begrenzen, so die Analysten.

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Quelle: photovoltaik.eu   Sandra Enkhardt

09 Februar 2011

Anhörung im Umweltausschuss

Allgemein
 

Im Umweltausschuss des Bundestags fand heute ein Expertengespräch über die vorgezogene Kürzung der Solarförderung statt. Experten verschiedener Branchen haben ihre Empfehlungen zum weiteren Vorgehen dargelegt.

Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Bundestag hatte heute zu einem Expertengespräch geladen. Thema war die künftige Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen. Ausgangspunkt war der Vorschlag des Umweltministeriums (BMU) in Absprache mit dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), die Vergütungssätze je nach prognostiziertem Zubau zum 1. Juli 2011 um bis zu 15 Prozent vorgezogen abzusenken. Die Experten kamen von der Energie- und Wasserwirtschaft, vom BSW-Solar, dem Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE), dem Ökostromhandel, der IG Metall und einem Dienstleister aus der Solarbranche.

Karl-Heinz Remmers, Vorstandsvorsitzender der Solarpraxis AG in Berlin, empfahl für 2011 ein neues Marktmodell mit einer Aufteilung der vorgezogenen zubauabhängigen Absenkung der Photovoltaik-Vergütung auf vier Termine. So würde die Einspeisevergütung statt einmal bis zu 15 Prozent vier Mal um maximal 3,75 Prozent abgesenkt werden.  Ausschlaggebend für seine Empfehlung seien die Erfahrungen 2010: „Fallen angekündigte Degressionsschritte aus der Sicht der Nachfrager zu hoch aus, kommt es insbesondere im Vormonat der Absenkung zu einem deutlichen Anstieg der Installationen. Die Ankündigung, dass zum 1. Juli 2010 die Vergütungssätze um 16 Prozent gesenkt werden, hat dazu geführt, dass im Juni 2010 ungefähr 2100 Megawatt Photovoltaik installiert wurden.“ Hielten sich die angekündigten Degressionsschritte aus Sicht der Nachfrager in Grenzen, bleibe der Markt dagegen ruhig, so Remmers. „So geschehen im September 2010, vor der Absenkung am 1. Oktober in Höhe von drei Prozent.“

Bei Photovoltaik-Freilandanlagen empfahl Remmers wegen der langen Vorlaufzeiten eine Anpassung der Vergütung erst 1. Januar 2012 im Rahmen der regulären EEG-Novelle. Die Palamentarier werden den Vorschlag des BMU jetzt beraten und dann eine abschließende Entscheidung über die Ausgestaltung treffen.

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Quelle: photovoltaik.eu William Vorsatz

07 Februar 2011

Photovoltaik kurz vor wirtschaftlichem Durchbruch

Allgemein
 

Photovoltaik-Strom könnte bis 2020 zwölf Prozent des europäischen Strombedarfs decken und bis 2030 bis zu neun Prozent des weltweiten Bedarfs – entsprechende Investitionen vorausgesetzt. Das zeigt die aktuelle Studie „Solar Generation 6“ von Greenpeace International und dem europäischen Photovoltaik-Industrieverband EPIA.

Weltweit könnten sich die Photovoltaik-Investitionen bis 2015 von aktuell 35 bis 40 Milliarden Euro auf stolze 70 Milliarden Euro verdoppeln – wenn die Photovoltaik durch politische Förderung zu einer etablierten Möglichkeit der Stromerzeugung gemacht und als Schlüsseltechnologie im Kampf gegen den Klimawandel verstanden wird. Allein in der Europäischen Union könnten die geschätzten Investitionen von heute 25 bis 30 Milliarden Euro auf über 35 Milliarden Euro im Jahr 2015 steigen. Laut der neuen Studie „Solar Generation 6“ von Greenpeace International und dem europäischen Photovoltaik-Industrieverband EPIA ist dieser Paradigmenwechsel sinnvoll und möglich. „Photovoltaik wird seit vielen Jahren immer leistungsfähiger und preiswerter“, so EPIA-Präsident Ingmar Wilhelm. Die Preise für Photovoltaik-Anlagen seien seit 2005 um etwa 40 Prozent gesunken, bis 2015 sei eine Reduzierung um weitere 40 Prozent möglich. Als Folge könnten die Kosten für Photovoltaik-Strom dann in vielen EU-Ländern mit den üblichen Strompreisen für Privatkunden mithalten.

Der Studie zufolge könnte die weltweit installierte Photovoltaik-Leistung von aktuell rund 36 Gigawatt bis 2015 auf fast 180 Gigawatt wachsen; in Europa rechnet EPIA mit einem Wachstum von aktuell 28 auf fast 100 Gigawatt. Es sei sogar möglich, bis 2020 weltweit bis zu 350 Gigawatt installierte Photovoltaik-Leistung zu erreichen. Dies könne jährlich 1,4 Milliarden Tonnen CO2 einsparen – 220 Millionen Tonnen innerhalb der EU. Und die europäische Solar-Branche, die jetzt schon über 300.000 Menschen beschäftige, könne bis 2015 Arbeitsplätze für 600.000 Menschen bereitstellen und bis 2020 sogar für 1,6 Millionen, wenn die allgemeinen politischen Fördermaßnahmen weiterhin greifen.

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Quelle: photovoltaik.eu   Petra Hannen

02 Februar 2011

Bundesregierung planlos

Allgemein
 

Auf eine Anfrage des Grünen-Politikers Hans-Josef Fell offenbart sich, dass die Bundesregierung keine industriepolitische Strategie zur Stärkung der Photovoltaik-Industrie verfolgt. Das Wirtschaftsministerium hält die mit der „Innovationsallianz Photovoltaik“ verbundenen Gelder für die Forschung und Entwicklung für ausreichend.

Die Bundesregierung unternimmt keine gezielten Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Photovoltaik-Industrie. Auf eine Anfrage des Grünen-Energieexperten Hans-Josef Fell, welche Strategie das Bundeswirtschaftsministerium verfolge und welche zusätzlichen Maßnahmen im Rahmen dieser Strategie geplant seien, erklärte der parlamentarische Staatssekretär Ernst Burgbacher: „Grundsätzlich ist es zunächst Aufgabe der deutschen Photovoltaik-Wirtschaft, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ihrer internationalen Konkurrenz sicherzustellen.“ Die Bundesregierung habe im Zuge der letztjährigen EEG-Novelle die „Innovationsallianz Photovoltaik“ ins Leben gerufen. Mit diesem Angebot wolle die Bundesregierung die nach der Absenkung der Solarförderung im vergangenen Jahr „erforderlichen Anpassungsprozesse  begleiten“, schreibt Burgbacher.

Fell hält die Maßnahmen hingegen bei weitem nicht für ausreichend. „Es ist ein Armutszeugnis für die Bundesregierung, dass sie keine industriepolitische Strategie für die Photovoltaik entwickeln will. Die Bundesregierung sollte sich ein Vorbild an der chinesischen Regierung nehmen, die ein großes Interesse an einer wettbewerbsfähigen Solarwirtschaft hat“, sagte er zur Stellungnahme der Bundesregierung. „Anstatt Unsummen von Geldern für den Kernfusionsforschungsreaktor ITER zu verbrennen, sollte die Bundesregierung eine industriepolitische Strategie für die Photovoltaik auflegen“, forderte der Energieexperte der Grünen.

Nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministeriums ist die „Innovationsallianz Photovoltaik“ ausreichend, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie mittel- und langfristig zu sichern. Mit dem Programm stellt die Bundesregierung in den kommenden Jahren für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Photovoltaik-Unternehmen insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung. Gleichzeitig muss die Industrie für die praktische Umsetzung der Ergebnisse nochmals mindestens 500 Millionen Euro aufbringen. Außerdem sind die Photovoltaik-Unternehmen verpflichtet, im Gegenzug für die Forschungsförderung der Bundesregierung eine angemessene  Eigenbeteiligung von mindestens 50 Prozent aufzubringen. (Sandra Enkhardt)

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Quelle: photovoltaik.eu   Sandra Enkhardt