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27 März 2011

Rekord-Demos in Deutschland

Allgemein
 

Atomstreit trifft Koalition mit voller Wucht

Die Glaubwürdigkeit der Union ist beschädigt, die FDP distanziert sich: Das AKW-Moratorium sorgt für ordentlichen Krach innerhalb der Koalition. Auf den bisher machtvollsten Demonstrationen forderten Bürger am Samstag den unumkehrbaren Ausstieg aus der Atomkraft.

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Berlin – Unmittelbar vor den Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist der Streit innerhalb der Koalition über die Atomwende von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) voll entbrannt. Den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft forderten am Samstag bundesweit rund 250.000 Demonstranten. Die Veranstalter sprachen von den bisher größten Anti-AKW-Protesten überhaupt in Deutschland.

“In der Atomfrage wurde überhitzt eine Entscheidung getroffen, die unsere Glaubwürdigkeit in Frage stellt”, sagte der CDU-Energieexperte Thomas Bareiß dem SPIEGEL unter Bezug auf das AKW-Moratorium der Bundesregierung. “Unsere bisherige Argumentation in der Kernenergie ist in sich zusammengebrochen.” Unterstützung kam vom wirtschaftspolitischen Sprecher Joachim Pfeiffer: Wenn die Kernkraft vom Netz genommen werde, werde der Druck auf die Strompreise noch einmal drastisch zunehmen. Aus der FDP wurde darauf verwiesen, das Moratorium für Alt-AKW hätten Ministerpräsidenten der Union durchgesetzt. FDP-Wirtschaftspolitiker Martin Lindner sprach von einer “Hauruck-Entscheidung”. Der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms sagte: “Das Abschalten der Kernkraftwerke haben die Unions-Ministerpräsidenten durchgesetzt, die damit Fakten geschaffen haben.” Dadurch sei “der falsche Eindruck entstanden, die Überprüfung sei nicht ergebnisoffen”.

Nach Informationen des SPIEGEL erntet auch die von Merkel eingesetzte Ethikkommission, die mit über die AKW-Zukunft entscheiden soll, Kritik. Sie soll von Ex-Umweltminister Klaus Töpfer mitgeleitet werden. “Es kann nicht sein, dass am Ende Töpfer mit seinen Bischöfen kommt und dem Parlament sagt, wie es das Atomgesetz zu ändern hat”, sagte ein Vertreter der Fraktionsspitze, der nicht namentlich genannt werden wollte. Die Merkel-Kritiker wollten nun ein eigenes Beratergremium zusammenstellen.

Töpfer fordert schnellstmöglichen Ausstieg

Töpfer selbst sagte in der “Bild am Sonntag”, man müsse aus der Atomtechnik so schnell wie möglich aussteigen: “Ein anderes Handeln wäre nicht verantwortlich.” Er glaube zudem nicht, dass die sieben abgeschalteten alten Meiler wieder ans Netz gehen würden. Dagegen warnte BASF-Chef Jürgen Hambrecht, ebenfalls Mitglied in der Ethikkommission, vor übereilten Entscheidungen: “Wir können doch nicht einfach aussteigen und uns den Strom aus dem Ausland holen, der dort mit Kernkraft erzeugt wird, und uns dabei wohlfühlen, sagte er der “FAZ”.

Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) warnte die Stromkonzerne, die zumindest dreimonatige Abschaltung der Meiler als Vorwand für Preiserhöhungen zu nutzen. Die Kosten rechtfertigten keine höheren Tarife, sagte sie der Zeitschrift “Super Illu”. Zudem äußerte auch sie sich skeptisch, ob die Altmeiler alle wieder ans Netz gingen: “Wenn wir die Sicherheitsstandards deutlich erhöhen müssen, wird es ältere Reaktoren geben, die nicht wieder ans Netz gehen.” Noch deutlicher wurde CSU-Chef Horst Seehofer: “Ich kann mir schwer vorstellen, dass es wirtschaftlich ist, sie noch einmal nachzurüsten”, sagte er mit Blick auf alle sieben Reaktoren.

Hunderttausende gehen auf die Straße

Unterdessen artikulierte sich der Atomprotest nach Angaben der Veranstalter so machtvoll wie nie zuvor in Deutschland. Allein in Berlin gingen demnach 120.000 Atomkraftgegner auf die Straße, in Hamburg folgten 50.000 Menschen den Protestaufrufen, in Köln und München jeweils 40.000. Zu den Demonstrationen unter dem Motto “Fukushima mahnt – alle AKW abschalten” hatte ein breites Bündnis von Anti-Atom-Initiativen, Umweltverbänden, globalisierungskritischen und friedenspolitischen Organisationen aufgerufen. Im japanischen Fukushima waren bei der verheerenden Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom 11. März mehrere Atomreaktoren beschädigt worden. Das genaue Ausmaß des Atomunglücks ist weiterhin nicht bekannt.

Die Veranstalter erklärten nach den Protesten: “Die Antwort der Bundesregierung muss jetzt das Abschalten der Atomkraftwerke sein.” Mehrere Redner warfen Bundeskanzlerin Angela Merkel eine “unverantwortliche Verzögerungs- und Verschleierungspolitik” vor. Mit ihrem Moratorium für die AKW-Laufzeitverlängerungen sowie mit den von ihr eingesetzten Kommissionen weiche sie der Notwendigkeit eines sofortigen Atomausstiegs aus.

Sommer forderte in seiner Rede auf der Kundgebung in Berlin, die “Uralt-Atomkraftwerke” in Deutschland müssten dauerhaft abgeschaltet werden. Notwendig sei ein “annehmbarer Fahrplan für den endgültigen Atomausstieg”. “Wir müssen geordnet aussteigen – aber so schnell wie möglich und unumkehrbar.” Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) fügte hinzu: “An die Adresse der Atomlobby und alle Verfechter der Atomindustrie sagen wir: Nicht mit uns! Wir haben genug von den Lügen, den Beschwichtigungen, den Verharmlosungen!”

SPD-Chef Sigmar Gabriel wertete die große Beteiligung an den Protesten am Rande der Berliner Demonstration als Beleg, dass die Menschen in Deutschland den Atomausstieg wollten. “Sie wollen, dass wir die Energiewende beschleunigen.” Die ältesten Atomkraftwerke müssten “sofort und endgültig vom Netz”. “Alle anderen müssen anhand modernster Sicherheitsanforderungen überprüft und dann nach und nach abgeschaltet werden.”

sto/Reuters/dapd/AFP/dpa

18 März 2011

Erneuerbare legen weiter zu

Allgemein
 

Nach vorläufigen Berechnungen des Bundesumweltministeriums ist der Anteil von Photovoltaik, Wind und Biomasse an der Energieversorgung in Deutschland weiter gestiegen. Mittlerweile arbeiten 370.000 Menschen in der Erneuerbaren-Energien-Branche in Deutschland.

Im vergangen Jahr sind die erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Windkraft und Biomasse in Deutschland weiter ausgebaut worden. Ihr Anteil lag mit rund 17 Prozent etwa einen halben Prozentpunkt höher als im Vorjahr, wie das Bundesumweltministerium unter Berufung auf die vorläufigen Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat) mitteilte. Dieser Anstieg sei trotz witterungsbedingter Einschränkungen erzielt worden. 2010 sei ein außerordentlich windschwaches Jahr gewesen. Der Windstrom-Ertrag lag mit 36,5 Milliarden Kilowattstunden auf dem niedrigsten Wert seit 2006, wie es weiter hieß. Dennoch sei die Windenergie mit rund sechs Prozent Anteil an der gesamten Strombereitstellung wieder die wichtigste Säule bei den erneuerbaren Energien gewesen.

Deutlich erhöht hätten sich hingegen die Stromerzeugung aus Photovoltaik und Biogas. Der Beitrag des Solarstroms habe sich nahezu verdoppelt. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums stellten die Photovoltaik-Anlagen etwa zwei Prozent des gesamten Strombedarfs bereit. Aktuelle Szenarien zeigten, dass die erneuerbaren Energien in zehn Jahren bereits 40 Prozent zur Stromversorgung beitragen können. Dabei sei eine Steigerung um jährlich zwölf Terawattstunden durchaus  realistisch, hieß es aus dem Ministerium.

Insgesamt konnten die erneuerbaren Energien nach den vorläufigen Zahlen im Jahr 2010 bereits etwa elf Prozent des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs an Strom, Wärme und Kraftstoffen decken. Dies liege deutlich über dem Vorjahreswert von 10,4 Prozent. Dies sei besonders bemerkenswert, da der Energieverbrauch aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland sowie der kalten Witterung deutlich über dem Niveau von 2009 gelegen habe, hieß es weiter.

Auch die Beschäftigungszahl und damit die Bedeutung von erneuerbaren Energien als Wirtschaftsfaktor legte weiter zu. So lagen nach ersten Schätzungen des Umweltministeriums die Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen mit rund 26 Milliarden Euro rund ein Viertel höher als noch 2009. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche sei auf etwa 370.000 weiter gestiegen. Sie lag laut Ministerium damit acht Prozent höher als 2009 und hat sich seit dem Jahr 2004 mehr als verdoppelt.

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Quelle: photovoltaik.eu Sandra Enkhardt

16 März 2011

Regierung schaltet sieben alte AKW ab

Allgemein
 

Berlin (RPO). Die Bundesregierung schaltet für die Dauer des Laufzeit-Moratoriums alle Atomkraftwerke ab, die bis Ende 1980 ans Netz gegangen sind. Dies teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Gespräch mit den Regierungschefs der Bundesländer mit Atomkraftwerken mit.

In der Zeit des Moratoriums sollen laut Merkel alle deutschen Atomkraftwerke einer grundlegenden Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. Die alten Meiler sollen in dieser Zeit vom Netz gehen.

Betroffen sind insgesamt sieben Atomkraftwerke: Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Brunsbüttel, Isar I sowie Unterweser und Philippsburg 1. Die Werke neueren Typs sollen laut Merkel weiter in Betrieb bleiben. Bis zum 15. Juni sollen alle Sicherheitsfragen beantwortet werden. Die SPD bekräftigte dennoch, dass am Montag namentlich über die Zukunft der Atomkraft in Deutschland abgestimmt werden soll.

An dem Treffen nahmen auch die Bundesminister für Umwelt und Wirtschaft, Norbert Röttgen und Rainer Brüderle, teil. Röttgen sagte, das geltende Atomgesetz decke die vorübergehende Abschaltung der Meiler ab. Brüderle betonte, es gebe auch ohne die sieben Anlagen eine hinreichende Versorgungssicherheit in Deutschland.

Wie lange die AKW abgeschaltet bleiben, blieb offen. Röttgen hatte am Montag gesagt, er gehe davon aus, dass ein während des dreimonatigen Moratoriums abgeschalteter Atommeiler gar nicht wieder ans Netz gehe.

Zudem sagte die Kanzlerin, die Zeit des Moratoriums solle genutzt werden, um die Energiewende zu beschleunigen. Demnach will Merkel ausloten, wie der Wechsel zu grünen Energien schneller geschehen kann.

Zudem will die Bundeskanzlerin das Thema nukleare Sicherheit auf die internationale und europäische Bühne heben. Sicherheitsstandards sollen demzufolge auf europäischer Ebene abgestimmt werden. Bisher erhebt jedes EU-Mitglied eigene Vorschriften.

Die Kanzlerin zollt damit der Tatsache Tribut, dass alle noch so strengen deutschen Sicherheitsstandards ohne Wirkung bleiben, wenn an deutschen Grenzen auf dem Gebiet der Nachbarländer baufällige AKWs stehen. Vor dem Kanzleramt hatten zuvor mehrere hundert Atomkraftgegner demonstriert und die sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke gefordert.

Der Umweltverband BUND forderte Merkel auf, die acht ältesten und gefährlichsten Atomkraftwerke in Deutschland sofort und endgültig stillzulegen und die übrigbleibenden Reaktoren dann schrittweise ebenfalls abzuschalten.

Dies seien neben dem neueren “Pannen-Meiler” Krümmel Biblis A und B, Phillipsburg 1, Neckarwestheim 1, Isar 1 sowie die Atomkraftwerke Unterweser und Brunsbüttel, erklärte der Verband am Dienstag in Berlin.

Deren veraltete Reaktorgebäude und Sicherheitsbehälter, nicht dem Stand der Technik entsprechende Reaktordruckbehälter und Lagerbecken könnten nicht nachgerüstet werden, hieß es.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger erklärte: “Die Reaktorkatastrophe von Fukushima erfordert eine grundsätzliche Neubewertung der Risiken der Atomkraft und die Neuausrichtung der Energiepolitik in Deutschland.”

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Quelle: rp-online.de

14 März 2011

Atomkraftwerke werden überprüft: Merkel stoppt Ausstieg vom Ausstieg

Allgemein
 
Merkel stoppt Ausstieg vom Ausstieg! Spektakuläre Kehrtwende in der Energiepolitik: Die Katastrophe von Japan bewegt Berlin zum Stopp der AKW-Laufzeitverlängerung. Alle Atomkraftwerke sollen überprüft werden.

Japan, Atomkraftwerk, AKW, Kernschmelze, GAU, Merkel, Kanzlerin, Krümmel, Brunsbüttel, Oettinger, Fukushima, Sicherheits-Check, Abschaltung, Meiler, Westerwelle, 192018Das AKW Krümmel gilt als störanfällig und ist ein Kandidat für eine mögliche vorzeitige Abschaltung© Marcus Brandt/DPA

Die Bundesregierung rückt von der Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Montag in Berlin, die Katastrophe von Japan habe das “Undenkbare denkbar werden lassen”. Das sei eine Lehre des Reaktorunglücks von Fukushima. Die deutschen Kraftwerke sollen jetzt auf ihre Sicherheit überprüft werden. Merkel: “Es gibt keine Tabus”. Vizekanzler Guido Westerwelle: “Das Moratorium ist keine Vertagung.” Risiken müssten neu analysiert werden. Es gelte der Grundsatz: “Im Zweifel für die Sicherheit.”

Die jahrhundertkatastrophe in Japan  hatte bereits am Wochenende die Atom-Debatte in Deutschland neu entfacht. Als erstes Regierungsmitglied war dann Westerwelle am Montag klar von der Regierungslinie abgerückt. Schwarz-Gelb hatte im Herbst 2010 den “Ausstieg aus dem Ausstieg” beschlossen. Die Laufzeiten für deutsche AKW sollten um durchschnittlich zwölf Jahre verlängert und der Beschluss der rot-grünen Regierung damit aufgehoben werden. Die Regierung hatte stets betont, dass die Atomkraft die “Brückentechnologie” auf dem Weg zur vollständigen Stromversorgung durch Erneuerbare Energien sei. An dieser Wortwahl hielten Merkel und Westerwelle auch am Montag fest.

Röttgen war vorgeprescht

Noch am Wochenende hatte Merkel einen Ausstieg aus der Atomkraft abgelehnt. Ihr Umweltminister Norbert Röttgen hatte dann am Montag allerdings eine neue Risikobewertung der Atomkraftwerke angemahnt. “Die CDU kann nicht mit Antworten von gestern kommen, wenn sich heute die Welt verändert hat”, sagte Röttgen vor dem CDU-Präsidium. Wer dies tue, zeige nur, dass er nicht lernfähig sei. Das japanische Unglück werde Folgen für Deutschland haben, sagte der Minister. Er forderte eine Neuberechnung des Risikos beim Betrieb von Kernkraftwerken.

Für die Aussetzung der Laufzeitverlängerung ist nach Ansicht von Merkel keine Gesetzesänderung nötig. Sie werde mit den Betreibern erörtern, was dies bedeute und werde diese Frage am Dienstag auch mit den Ministerpräsidenten der Länder mit Atomstandorten besprechen. Rechtliche Debatten hatte es um die beschlossene Laufzeitverlängerung gegeben. Die Regierung war der Meinung, dass der oppositionell dominierte Bundesrat hier nicht zustimmen musste. Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit das Bundesverfassungsgericht.

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Quelle: stern.de
11 März 2011

Solaranlagen: Qualität stärker gefragt

Allgemein
 

Bereits 1000 Fachbetriebe bieten einen Anlagenpass als Qualitätsnachweis an / Zunehmend hochwertige Photovoltaik gefragt / Günstigere Versicherungen

Die Nachfrage an hochwertigen Solaranlagen steigt – bereits über 1000 Fachbetriebe aus dem gesamten Bundesgebiet bieten ihren Kunden derzeit einen sogenannten Anlagenpass als Gütesiegel an. „Die Nachfrage nach dem Anlagenpass zeigt, dass Handwerker wie Verbraucher zunehmend auf Qualität setzen“, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). „Das macht auch ökonomisch Sinn: Der Umfang der staatlich gewährten Förderung orientiert sich an der Höhe der jährlichen Stromerträge einer Solaranlage. Qualität spielt deshalb beim Kauf eine große Rolle.“ Bei fachgerechter Ausführung und der Wahl hochwertiger Komponenten können Photovoltaik-Anlagen eine Lebensdauer von mehr als dreißig Jahren haben.

Der Photovoltaik-Anlagenpass ist ein Dokument, das den Einsatz zertifizierter Anlagen-Komponenten, eine richtliniengemäße Planung und Installation der Anlage sowie mögliche Garantieleistungen belegt. Darüber hinaus wird bei der Übergabe der Solaranlage ein Prüfbericht erstellt, um den einwandfreien Zustand des solaren Kleinkraftwerks zu gewährleisten. Die Kosten für den Anlagenpass in Höhe von etwa 25 Euro trägt der Handwerker oder Installateur. Für den Verbraucher ist das Gütesiegel kostenlos und bringt zugleich handfeste Vorteile: Einige Versicherer bieten günstigere Tarife für Solarversicherungen an, wenn für die Anlage ein Pass vorliegt. Zudem können Fehlerursachen schneller gefunden und mögliche Ansprüche im Schadensfall einfacher geklärt werden.

Der Anlagenpass wurde gemeinsam von BSW-Solar und dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) entwickelt. Er ist seit März 2009 im Online-Shop des BSW-Solar erhältlich, seit 2010 können Betriebe das Gütesiegel auch elektronisch ausstellen. Die 1000er-Marke für Betriebe, die den Anlagenpass anbieten, wurde Anfang März durchbrochen. Am 7. März waren exakt 1004 Betriebe registriert.

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Quelle: BSW-Solar

09 März 2011

Komplizierte Lage in Italien

Allgemein
 

Die Regierung in Rom hat sich zwar gegen die Begrenzung der Photovoltaik auf acht Gigawatt ausgesprochen. Dennoch sorgt die angekündigte Änderung der Solarförderung für reichlich Aufregung in Italien und wird den rasanten Zubau bei Photovoltaik-Anlagen wohl vorerst zum Erliegen bringen.


Anfang März hat der Ministerrat in Italien ein Dekret beschlossen, in der erste Richtlinien für die künftige Ausgestaltung der Solarförderung enthalten sind. Demnach soll es zum 1. Juni 2011 eine neue Regelung geben. Alle Photovoltaik-Anlagen, die bis dahin nicht nur fertiggestellt, sondern auch bereits am Netz und somit in Betrieb genommen sind, werden die aktuelle Einspeisevergütung erhalten. Dies bestätigen übereinstimmend der Analyst der BHF Bank AG, Götz Fischbeck, sowie das Münchner Unternehmen New Energy Projects unter Berufung auf das Dekret. Der Solarstrom aus den danach angeschlossenen Anlagen wird mit einem reduzierten Einspeisetarif vergütet. Bis zum 30. April wollen sich Umwelt- und Wirtschaftsministerium über das neue Dekret mit den einsprechenden Photovoltaik-Vergütungen einigen.

Allerdings sei die Einführung einer Obergrenze für die neu installierte Photovoltaik-Leistung pro Jahr für den Erhalt der Einspeisevergütung im Gespräch, bestätigt Fischbeck der photovoltaik. Derzeit seien wohl ein bis zwei Gigawatt in der Diskussion. Außerdem sollen Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Ackerland auf eine Größe von einem Megawatt beschränkt werden, wie Fischbeck weiter sagt. Nach Angaben des Analysten ist die Fertigstellung von Photovoltaik-Anlagen, die derzeit noch gebaut werden, sehr fraglich. Bereits jetzt gebe es Anlagen mit einer Kapazität von 2,5 Gigawatt, die installiert, aber noch nicht am Netz seien. Im Monat Februar habe es der Netzbetreiber ENEL gerade einmal geschafft, 520Megawatt Photovoltaik-Leistung ans Netz zu bringen. Für viele Investoren scheint es damit fraglich, ob sie überhaupt noch von den aktuellen Einspeisetarifen profitieren können, obwohl ihre Photovoltaik-Anlage längst fertig ist. Fischbeck geht nicht davon aus, dass ENEL in den kommenden drei Monaten bis Ende Mai deutlich mehr Anlagen pro Monat ans Netz bringen wird. Nun sei zu erwarten, dass alle im Bau oder der Planung befindlichen Photovoltaik-Projekte sofort gestoppt würden. Bis zur Veröffentlichung der neuen Photovoltaik-Einspeisetarife sei keine Finanzierung für neue Anlagen mehr möglich. Der Solarboom in Italien sei mit der Entscheidung des Ministerrats erst einmal gestoppt, so Fischbeck weiter. Nun müssten die Preise sinken, um die Installationen von Photovoltaik-Anlagen in anderen Photovoltaik-Märkten wieder attraktiv zu machen.

Allerdings gebe es dafür die Obergrenze von acht Gigawatt nicht mehr, so der Beschluss des Ministerrats. Eine Festschreibung einer Degression fordert der Ministerrat ebenfalls. Die Absenkung  der Einspeisetarife soll sich jeweils an der Höhe der Systempreise für die schlüsselfertige Errichtung von Photovoltaik-Anlagen richten. Neben den Produktionskosten würden dabei auch die Preisentwicklungen auf anderen europäischen Märkten berücksichtigt, so Fischbeck. Die Entscheidung der italienischen Regierung trifft nach Ansicht des Analysten die gesamte Branche – von den Herstellern über die Händler bis hin zu den Projektentwicklern. Sie werde sich auch auf die Nachfrage nach Photovoltaik-Komponenten in Europa auswirken. Diese wird Fischbeck zufolge spürbar sinken ebenso wie der Auftragseingang bei den Zulieferern zurückgehen wird.

Das Beratungsunternehmen Rödl & Partner kritisiert ebenfalls die Entscheidung der italienischen Regierung. Sie „fügt damit der gesamten Solarindustrie schwere Schäden zu: praktisch wurde ein sofortiger “Stop” für Investoren und finanzierende Banken verfügt bis die neuen Fördertarife, die ab dem 1.06.2011 gelten werden, verabschiedet wurden“, heißt es in einer Mitteilung. Das Legislativdekret der italienischen Regierung stelle eine „Verletzung von verfassungsrechtlichen, europarechtlichen und völkerrechtlichen Grundsätzen“ dar. Rödl & Partner verlangt daher von der Regierung in Rom „korrigierend einzugreifen“ und eine Übergangsfrist zu schaffen.

Verbände wenden sich an Napolitano

Die vier Verbände APER, Assosolare, Asso Energie Future und Gifi, die weitgehend den kompletten Photovoltaik-Sektor vertreten, haben sich gemeinsam an den italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano gewandt. Sie forderten ihn auf, das Dekret nicht zu unterzeichnen, das die gesamte Erneuerbare-Energien-Branche in Unsicherheit stützen und Investitionen in Solar- und Windkraftanlagen zum Erliegen bringen wird. Aus Sicht der Verbände verstößt das Dekret sowohl gegen die italienische Verfassung als auch gegen die Europäische Konvention der Menschenrechte. Zudem sei das Dekret ohne Zustimmung der Regionen erlassen, die auch nicht die Auffassung des Kabinetts teilten, hieß es weiter.

Quelle: photovoltaik.eu Sandra Enkhardt

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07 März 2011

Mit einem Solarboot die Welt umrunden

Allgemein
 

Der portugiesische Ferdinand Magellan startete erstmals bereits im Jahr 1519 in seinem Segelschiff „Trinidad“ zurUmrandung der Erde. Ihn begleiteten dabei vier weitere Schiffe, die die Flotte komplettierten. Ungefähr 500 Jahre später ist nun Patrick Marchesseau mit seiner Crew unterwegs um den Erdball, aber in einem Solarboot. Es ist momentan das größte Solarboot der Welt.

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Quelle:  energieportal24.de