Die Kanzlerin hat dem Umweltminister den Laufpass gegeben. Das Amt von Röttgen wird nun Peter Altmaier übernehmen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, dass sie den Bundespräsidenten um die Entlassung von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Mittwochvormittag gebeten habe. Sie wolle damit den Weg für einen Neuanfang freimachen. Die Energiewende sei ein zentrales Projekt der Bundesregierung und müsse konsequent vorangetrieben werden, erklärte Merkel in einem kurzen Statement. Den Nachfolger hat Merkel auch schon gefunden. Peter Altmaier, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion soll das Amt des Umweltministers übernehmen. Der Unionspolitiker aus dem Saarland hatte bislang wenig mit den Themen Umwelt und Energie zu tun.
Quelle: photovoltaik.eu Sandra Enkhardt
Sie möchten eine neue PV-Anlage installieren oder eine bestehende überprüfen? Auf www.pv-phil.com können Sie kostenlos die zu erwartenden Erträge oder Ersparnisse berechnen.
Lange war es knapp. Nun hat sich aber eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Länder gegen die drastischen Einschnitte bei der Solarförderung ausgesprochen.
Die EEG-Novelle zur Photovoltaik ist mit einer Mehrheit von zwei Drittel im Bundesrat in den Vermittlungsausschuss zu einer grundlegenden Überarbeitung des Gesetzes geschickt worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa stimmten 48 der 69 Ländervertreter für Nachverhandlungen bei der Solarförderung. So hätten nur Bayern, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein für die Verabschiedung der EEG-Novelle votiert. Offiziell werden die Stimmen nicht ausgezählt, sondern nur eine Mehrheit festgestellt, wie eine Sprecherin des Bundesrats auf Anfrage der photovoltaik sagte.
Es dürfte für Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sehr schwer werden, ihre ursprünglichen Kürzungspläne im Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern weitgehend durchzusetzen, berichtet dpa weiter. Der starke Widerstand könnte zu erheblichen Korrekturen führen. Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) sagte in der Bundesratsdebatte: „Jetzt ist klar: Der Merkel-Rösler-Röttgen-Murks muss korrigiert werden. Die vom Bundestag beschlossene Kappung der Solarförderung wird es so nicht geben.“ Das sei eine gute Nachricht für die Energiewende, für den Mittelstand, für Arbeitsplätze in Deutschland und für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.
Auch die SPD begrüßte die Entscheidung des Bundesrats. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann sagte der dpa: „Die CDU-Länder haben Norbert Röttgen heute mitten im Wahlkampf eine schwere Niederlage bereitet.“ Das sei ein Affront der CDU-Ministerpräsidenten gegen Röttgen, der sich am Sonntag in Nordrhein-Westfalen für das Amt des Ministerpräsidenten zu Wahl stellt. „Wer in Berlin zu schwach ist seine Vorhaben durchzusetzen, hat auch nicht das Zeug zum Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen“, sagte Oppermann weiter. Die Grünen sehen in dem Votum ein klares Bekenntnis zu deutschen Solarindustrie. „Dass auch sechs unionsgeführte Länder für einen Vermittlungsausschuss gestimmt haben zeigt, dass sie nicht bereit sind zum Schutz ihres CDU-Spitzenkandidaten in Nordrhein-Westfalen die vielen Tausend Arbeitsplätze in der Solarbranche aufs Spiel zu setzen“, kommentierte Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell die Entscheidung des Bundesrats. „Im Vermittlungsausschuss können nun die wichtigsten Korrekturen an der vermurksten schwarz-gelben Solargesetzesnovelle vorgenommen werden.“ Die Grünen forderten die Beibehaltung der differenzierten Vergütungsklassen für Photovoltaik-Dachanlagen, die Abschaffung des Vermarkungszwangs für Anlagen bis ein Megawatt sowie die Weiterführung der Förderung für Solarparks mit mehr als zehn Megawatt Leistung. Außerdem fordern die Grünen eine Industrieinitiative von Röttgen und Rösler zur Unterstützung der heimischen Solarindustrie.
Die FDP versucht sich hingegen eher als Schutzpatron des kleinen Mannes: „Die Landesregierungen, die heute den Vermittlungsausschuss angerufen haben, denken offenbar mehr an die Industrie-Lobby als an die Bürger, die bei der Solarförderung die Zeche zahlen“, erklärte Michael Kauch, umweltpolitischer Sprecher der Liberalen. Röttgens Strategie, schon vor der Entscheidung mit den Ländern Kompromisse mit den CDU-regierten Bundesländern zu schließen, sei nicht aufgegangen. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hofft durch die Anrufung des Vermittlungsausschusses auf „Schadensbegrenzung für die Solarbranche und sieht sich in seinen Forderungen bestärkt, die Fördersätze für Solarstrom-Anlagen weniger schnell zurückzufahren.“ Allerdings müsse im Interesse der Investitionssicherheit nun eine schnelle Entscheidung gefunden werden.
Quelle: photovoltaik.eu Sandra Enkhardt
Sie möchten eine neue PV-Anlage installieren oder eine bestehende überprüfen? Auf www.pv-phil.com können Sie kostenlos die zu erwartenden Erträge oder Ersparnisse berechnen.
Am Wochenende ist in Japan das letzte Atomkraftwerk vorübergehend vom Netz genommen worden. Thermalkraftwerke sollen nun die Stromversorgung sichern. Außerdem hat die Regierung jüngst eine äußerst attraktive Solarförderung angekündigt.
Der letzte noch am Netz befindliche Atommeiler 3 des AKW Tomari ist am Wochenende in Japan vom Netz genommen worden. Er sei stufenweise heruntergefahren und am Sonntag für mehrmonatige Wartungsarbeiten vollständig vom Netz genommen worden, berichten verschiedene Medien. Zum ersten Mal seit 42 Jahren laufe die Energieversorgung des Landes damit komplett ohne Atomstrom. Nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011 waren bis auf das AKW Tomari alle der insgesamt mehr als 50 Reaktoren bereits abgeschaltet worden. Allerdings bedeute die jetzige Stilllegung des letzten Meilers noch nicht den Atomausstieg, berichtet „Spiegel online“. Zwar gebe es zunehmend Misstrauen gegen die Atomkraft, doch die Regierung schüre zugleich Ängste vor Engpässen in der Stromversorgung in den heißen Sommermonaten. Sie versuche daher, wieder Reaktoren ans Netz zu bringen. Allerdings müssten hierfür auch die lokalen Behörden zustimmen. In der Provinz Fukui hat die japanische Regierung bislang vergebens versucht, zwei Reaktoren des AKW Oi wieder ans Netz zu bringen, wie „Spiegel online“ weiter schreibt. Stillgelegte Thermalkraftwerke sind inzwischen wieder in Betrieb, um zusätzliche Energie zu liefern.
Zugleich hat die japanische Regierung jüngst einen überarbeiteten Entwurf für die Solarförderung vorgelegt. Ab Juli sollen dem Vorschlag zufolge für Solarstrom aus Photovoltaik-Anlagen bis zehn Kilowatt eine Einspeisevergütung von umgerechnet rund 40,5 Cent je Kilowattstunde für zehn Jahre gezahlt werden. Bei Anlagen über zehn Kilowatt Leistung, die nicht im privaten Bereich installiert werden, sollen 38,6 Cent je Kilowattstunde Vergütung gezahlt werden. Nach der Einschätzung der Analysten von Jeffries bietet Japan damit eines der attraktivsten Solarförderprogramme weltweit an. Der japanische Photovoltaik-Markt könnte damit im kommenden Jahr mehr als zehn Prozent Weltmarktanteil haben. Momentan seien es etwa fünf Prozent der globalen Photovoltaik-Leistung, die in Japan installiert würden.
Quelle: photovoltaik.eu Sandra Enkhardt
Sie möchten eine neue PV-Anlage installieren oder eine bestehende überprüfen? Auf www.pv-phil.com können Sie kostenlos die zu erwartenden Erträge oder Ersparnisse berechnen.